“Ich habe ja auch schon straffällig gewordene Inländer und muss das nicht auch noch importieren.” - Interview mit Daniel Marschik
Daniel Marschik ist Landtagsabgeordneter zum Tiroler Landtag der FPÖ. Ich konnte mit ihm ein Interview führen.
Dann möchten wir Sie herzlichst willkommen heißen zum Interview und gerne wissen was denn so schlimm am Gendern sei?
Beim Gendern finde ich einfach dass es der Gesellschaft und besonders auch der Frau, kommt mir vor, nichts bringt. Es wird gehypt, macht aber eigentlich nichts besser. Ich nehme immer in einer allgemeinen Diskussion das Beispiel her: Eine Frau verdient, nur weil gegendert wird, jetzt auch nicht mehr. Und, das muss man auch dazu sagen: Es verschandelt schon auch die deutsche Sprache. Die Verständlichkeit beim Lesen wird dadurch extrem erschwert. Bringen tut es meiner Meinung nach der Gesellschaft und speziell den Frauen nix. Sie verdienen nicht mehr, ich glaube auch nicht, dass sich dadurch die Akzeptanz der Gesellschaft gegenüber Frauen nicht erhöht. Ich glaube eher dass es so ein Thema wie mit den Klimaklebern ist. Du hast da genau einen Umkehrschluss: Irgendwann regt es die Leute mehr auf und provoziert mehr. Für mich ist es eher der falsche Ansatz.
Was sollte man eigentlich gegen die letzte Generation unternehmen? Was sollte man tun gegen Falschparker, die dem Bus das Parken verhindern?
Naja, die letzte Generation ist meiner Meinung nach mit ihren Protestaktionen schon viel zu weit gegangen. Dass man seinen Unmut kundtut, dass man auch auf die Straße geht, haben wir als Freiheitliche auch mit den Corona-Demonstrationen getan. Aber wenn, da sind wir beim Thema die Freiheit des Einzelnen zu beschränken, nur mehr die Freiheit des einzelnen tyrannisiere, teilweise die Sicherheit gefährde, dann sind solche Aktionen wie das auf der Straße festkleben zu verurteilen. Es gibt schon genug Meldungen, wo man immer wieder gehört hat, Rettungs- oder Einsatzfahrzeuge konnten nicht mehr durchfahren und kamen zu spät zum Einsatzort, stundenlange Staus, etc. Das zieht einen langen Rattenschwanz nach.
Ich bin erstens einmal der Meinung, dass sie es komplett falsch angehen. Weil sie provozieren damit und schaffen es, dass sie die Bevölkerung, die grundsätzlich Verständnis für solchen Aktionen hat, auch davor verschließen. Sie zeigen es zwar auf, aber das Verständnis in der Bevölkerung sinkt. Ich bin einfach der Meinung, dass man schärfer gegen die Klimakleber oder die letzte Generation vorgehen sollte, weil sie unser Leben überhaupt nicht besser machen sondern im Straßenverkehr gefährden. Wie man es auch in Deutschland gesehen hat, Auffahrunfälle etc., Fahrzeuge kommen nicht durch. Daher bin ich der Meinung, dass sie es lassen sollten und wenn sie es nicht machen, sollte die Polizei härter durchgreifen dürfen.
Wegen den Falschparkern: Also wenn ein Falschparker wirklich ein Bus, ein öffentliches Verkehrsmittel, behindert, dementsprechend, was das Gesetz hergibt, strafen. Verstehe ich auch nicht, warum man das macht. Es gibt gewisse Regeln, an die man sich zu halten hat. Der öffentliche Verkehr, das ist wichtig und richtig, dass der fließen kann. Den sollte man auch nicht hindern.
Warum sollte man ausländische Straftäter abschieben? Was tut man mit Inländern?
Inländer, das steckt schon im Wort, kann man des Landes nicht verweisen, wenn sie österreichische Staatsbürgerschaft haben. Aber das muss man auch differenziert betrachten: Wenn jemand eine Straftat begeht, sollte er auch mit der Härte des Gesetzes bestraft werden, die dem entspricht. Bei, zum Beispiel, straffällig gewordenen Asylbewerbern sollte man die Möglichkeit nutzen und sie abschieben, weil ich nicht noch mehr Kriminalität in meinem Land brauche als ich eh schon habe. Ich habe ja auch schon straffällig gewordene Inländer und muss das nicht auch noch importieren.
Deshalb sollte man die unterschiedlich behandeln? Die Inländer kommen ins Gefängnis und die Ausländer kommen was weiß ich wohin?
Im Idealfall in ihr Herkunftsland. Aber wenn jemand straffällig geworden ist und sich auf Grundrechte beruft, Schutz, et cetera, und dann im Land straffällig und möglicherweise auch gewalttätig geworden ist, so was brauche ich nicht in meinem eigenen Land. Der hat für mich jegliches Recht auf Schutz verwirkt und sollte in sein Herkunftsland zurückgeführt werden.
Das heißt verstehe ich das richtig: Einen ausländischen Straftäter, beispielsweise aus Syrien, würde man dann zurück ins Kriegsgebiet schicken?
Naja, das ist auch eine Bundeskompetenz. Und je nach Abkommen, sollte man ihn zurückführen, ins Kriegsgebiet nicht. Aber theoretisch, wenn man es schon so genau nimmt, dürfte er nicht in Österreich Asyl ansuchen. Wenn man es ganz genau nimmt.
Aber ins nächst sichere Herkunftsland oder mit dem Land mit dem man dementsprechend das Abkommen auch hat.
Wie kann man die Jugend mehr politisieren? Die FPÖ fordert ja immer direkte Demokratie. Wäre da eine Möglichkeit die LSV-Direktwahl?
Also wie man die Jugend politisieren kann… Es ist einmal wichtig, dass von Grund auf die Grundzüge der Politik und der Demokratie erklärt bekommt. Daher ist es auch so wichtig, dass man es unabhängig und wertfrei in den Schulen vermittelt, politische Bildung, ich finde es aber auch ganz wichtig, dass so, wie wir das im Landtag haben, immer wieder Schulklassen in den Landtag kommen können, sich das anschauen können, den Politikern Fragen stellen können, beispielsweise auch die Demokratielandschaft. Das ist eine ganz wichtige Geschichte, wo ich schon ein paar Mal mitmachen hab dürfen. Und da kommen dann auch ganz spannende Fragen in der Diskussion. Und da komm ich auch zum nächsten: Das ist das persönliche Gespräch. Wie öfter und wie länger wir mit den jungen Leuten sprechen, desto mehr Interesse zeigen sie. Ich habe das selbst bei der Demokratielandschaft erfahren dürfen. Zunächst waren sie etwas zurückhaltender, aber je länger das Gespräch gedauert hat, haben sie wirklich gute Fragen gestellt und sich wirklich interessiert. Und danach haben sich ein paar Jugendliche wirklich vorstellen können sich politisch zu engagieren. Wichtig ist halt, dass das ganze frei von irgendeiner Parteimeinung passiert. Zuerst muss man sie dafür begeistern, verstehen was das bedeutet und welche Möglichkeiten dahinter stecken und dann natürlich ist das persönliche Gespräch auch mit Parteihintergrund wichtig, um auch die Inhalte dahinter zu ermitteln. Und natürlich immer auch der jeweiligen Altersgruppe entsprechend. Die Anlagen und auch die Sorgen ernst zu nehmen. Kinder und Jugendliche haben verdient, dass man sie hört und sie ernst nimmt.
Die Festung Österreich sollte Kinder und Jugendliche vor dem radikalen Islam schützen. Aber wer schützt sie vor sexuellem Missbrauch durch die katholische Kirche?
Das ist ein Thema, wo man sich auf keinen Fall verschließen darf, wo man die Augen nicht zumachen darf. Da muss natürlich auch die Reform in der Kirche passieren und da bin ich auch ganz stark dafür. Da sind sehr viele Organisationen dafür, ich kenne auch sehr, sehr viele Organisationen, die sich dafür auch einsetzen. Schützen muss man sie in der jeweiligen Einrichtung selber. Da braucht es auch Standards und Kontrollen. Aber man darf nicht pauschal jetzt die Kirche verurteilen deswegen. Es ist wichtig und richtig, dass es aufkommt, und es muss auch behandelt werden. Es ist auch wichtig, dass die Betroffenen eine Entschädigung bekommen. Aber das macht das Geschehene nicht ungeschehen. Es muss aufgearbeitet werden und es müssen Strukturen geschaffen werden in den Einrichtungen. Es ist nicht nur die Kirche, es gibt ja genau so auch andere Einrichtungen, es passiert leider Gottes auch in der Familie. Da muss man dann schon schauen und die nötigen Schritte setzen, die Organisation selbst auch, dass sowas auch nie wieder vorkommt. Denn das sind wirklich dunkle Kapitel und schlimme. Ich will mir das nicht ausmalen, wie es so einem Betroffenen geht. Das sind Schäden fürs Leben.
Eine Religion begeht ein Verbrechen - Festung Österreich. Eine andere, die Kirche, begeht ein Verbrechen - man muss es innerhalb der Institution lösen. Verstehe ich das richtig?
Nein, das würde ich jetzt nicht so sehen. Denn die Festung Österreich zielt ja nicht pauschal auf Muslime ab, sondern es stimmt schon, dass die meisten Asylwerber aus dem islamischen Raum kommen. Die haben ein anderes Wertesystem, ein anderes Bild. Und das ist halt teilweise mit unsrigem nicht vereinbar und es ist schwerer die Personen zu integrieren. Die Festung Österreich zielt ja nicht darauf ab, eine Religion auszuschließen oder die Bevölkerung vor dieser Religion zu schützen. Eine Religion unter Generalverdacht zu stellen darf nicht passieren. Ich kenne sehr viele muslimisch gläubige Menschen. Das funktioniert, die haben sich integriert.
Kurz und knapp gesagt: Wir haben im eigenen Land sehr viele Probleme, ich muss mir nicht andere Probleme noch hereinholen. Da wären wir wieder beim Thema straffällig oder kriminelle Asylwerber. Wir haben Probleme im eigenen Land gewissen Leuten das Überleben zu sichern. In der aktuellen Teurungskrise ist das Wohnen nicht mehr leistbar, die Energie teilweise nicht mehr, Lebensmittel, Kinderbetreuung. Das wird alles nicht besser, wenn man noch mehr Menschen hereinholt.
Wie sollte Pausenhofsprache Deutsch funktionieren? Im tiefsten Zillertal reden sie ja auch nicht wirklich deutsch.
Einen Dialekt würde ich schon noch als deutsche Sprache bezeichnen. Naja, Deutsch am Pausenhof deswegen, weil ich der Meinung bin, dass die Integration deswegen leichter von statten geht. Ich kenne Familien, die sind in unser Land gekommen und waren alleine in der Ortschaft, die waren gezwungen deutsch zu sprechen und reden heute wie du und ich, im Dialekt.
Andere Personengruppen, wo schon sehr viele da sind, tun sich schwerer die deutsche Sprache zu erlernen, weil sie es nirgends müssen. Daheim wird sowieso in der eigenen Sprache gesprochen und das sollte auch so bleiben und auch nicht verboten werden. Sie sollten ja ihrer Kultur und ihrer Herkunft nicht vergessen. Aber in der Öffentlichkeit bin ich der Meinung sie sollten deutsch sprechen, weil sie sich auch dadurch leichter tun.
Die Umsetzbarkeit lasse ich nicht gelten, denn nichts ist 100% kontrollierbar. Da könnte man dann Gesetze, Verordnungnen, Richtlinien, et cetera, gleich vergessen. Denn keiner steht da und kann alles kontrollieren. Aber im Rahmen des Möglichen, es gibt ja Pausenaufsichten, sollte man das schon ermahnen können. Speziell bei Kindern sollte es jetzt keine Strafmaßnahmen geben, aber man sollte sie auf dem Schulgelände daraufhinweisen und ermutigen deutsch zu sprechen.
Danke fürs Interview!

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